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Stil-Blog

Mensch, achte auf Deine Farben

Warum sehen wir Farben? Farben

Die Welt der Farben ist eine Illusion. Unsere Farbwahrnehmung entsteht aus der Zusammenarbeit zwischen Augen und Gehirn - unter Zuhilfenahme von gespeicherten Wissen und Erfahrungen, persönlicher Stimmung und Befindlichkeit. 

Das Farbsehen im Auge ist ein physiologischer und ein psychologischer Prozess. Der physiologische oder auch biochemische Prozess beginnt direkt im Auge. Das Sehen ist nur mit Licht möglich – treffen Lichtstrahlen auf ein Objekt, werden sie von diesem reflektiert und erreichen schließlich unser Auge. Im Auge durchdringen die Lichtstrahlen mehrere Schichten und treffen schließlich auf die Netzhaut. Die Netzhaut spielt eine maßgebliche Rolle für das Farbsehen. Sie setzt sich aus über 100 Millionen Sehzellen zusammen, die sich in zwei unterschiedliche Arten unterteilen lassen: Zapfen und Stäbchen (sog. Photorezeptoren).

Die Zapfen (ca. 6 Millionen) nehmen in der Netzhaut den Rot- , Blau, - und Grünanteil wahr. Die Lichtempfindlichen Stäbchen (ca. 120 Millionen) sind für das Hell/dunkel-Sehen, räumliche Tiefe und Kontraste zuständig. Wenn es dunkel ist, übernehmen sie die meiste Arbeit, die Zapfen sind dann nicht mehr aktiv. Das ist der Grund, warum wir im Dunkeln keine Farben sehen. Trifft also von einem Objekt reflektiertes Licht nun ins Auge und damit auf die Stäbchen und Zapfen, absorbieren diese die für sie passenden Wellenlängen. Sie reagieren darauf mit einem elektrischen Impuls. Dieser wird über den Sehnerv an das Gehirn weitergeleitet – das Gehirn verarbeitet die Impulse der Rezeptoren zu einer Farbe und/oder zu Hell-und Dunkelsehen. Die Informationen der Rezeptoren werden miteinander vermischt und ergeben im Gehirn schließlich eine uns bekannte Farbe.

Unsere Augen nehmen über 200 verschiedene Farbtöne wahr, unterscheiden ganz selbstverständlich auch zwischen feinsten Nuancen, kennen über 20 Sättigungs- und 500 Helligkeitsstufen. So ist es uns möglich, in einer Palette von mehreren Millionen Farbvalenzen zu sehen. Diese individuelle Farbkorrektur ist auch dafür verantwortlich, dass wir Farben verschieden wahrnehmen. Und nicht nur das...

 

Farben und Gefühle

Diese Signale der Photorezeptoren werden also ans Gehirn weitergeleitet. Über den Kortex bis ins Gefühlszentrum (Mittelhirn=Teil des limbischen Systems, zuständig für alle Gefühle, wie Freude, Ärger, Liebe, Lust und Trauer usw.). Dort entscheidet sich, welche Farbinformation in unser Bewusstsein gelangt. Farbwahrnehmung hängt eng mit unserem Gefühl zusammen.

Farben verursachen automatisch ausgelöste Empfindungen, wie leicht oder schwer, kalt oder warm, aus denenFarbenvielfalt Farben sehen wieder Gefühle entstehen wie angenehm oder unangenehm, freundlich oder unfreundlich usw. Zum einen gibt es also die rein subjektive Wahrnehmung, es wurde jedoch festgestellt, dass bestimmten Farben gleiche kollektivwirksame Wahrnehmungs- und Verhaltensmuster auslösen. Beispielsweise lässt uns eine blaue Umgebung frieren, Rottöne vermitteln das Gegenteil. Dieser Kalt-Warm-Kontrast basiert vermutlich auf den Naturbeobachtungen des Menschen. Blau=Wasser/Eis, Rot= Feuer.

Weltweit verbinden Menschen Farben mit Gefühlen, und zwar im Wesentlichen dieselben Farben mit denselben Gefühlen. (Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Studie mit rund 4600 Probanden aus 30 Nationen zum Zusammenhang von Farben und Emotionen.) Rot steht für Liebe, aber auch für Ärger. Gelb sorgt für Freude, und Braun berührt emotional eher wenig. 

 

Der Einfluss von Farben auf Menschen ist wissenschaftlich längst bewiesen

Farben greifen auch massiv in biochemische und physikalische Prozesse des menschlichen Körpers ein, beeinflussen Herzschlag, Puls und Atemfrequenz erhöhen oder mindern den Blutdruck, lassen Verletzungen langsamer oder schneller verheilen. Sie können Angst, Agression aber auch Ruhe erzeugen. Daher werden diese Erkenntnisse mittlerweile in medizinischen Bereichen ebenso berücksichtigt wie bekannterweise in der Innenarchitektur und Werbung.

In der Werbung wird unser Komsumverhalten gezielt über Farben/Farbkombinationen gesteuert. "Die Farbe eines Produkts kann uns davon überzeugen, dass es frischer schmeckt als dasselbe Produkt in einer anderen Farbe. Forscher haben beispielsweise Verbindungen zwischen bestimmten Farben und Verhaltensweisen festgestellt, unter anderem, dass Rot, Königsblau, Schwarz und Orange leicht Spontankäufer ansprechen. Für Schnäppchenjäger sind Blaugrün und Marineblau die Farben der Wahl. Viele dieser weniger offensichtlichen Farbassoziationen machen durchaus Sinn, wie zum Beispiel Pink, Himmelblau und andere weiche Farben, die eine Verbindung zu traditionelleren Käufern von Kleidung herstellen. Auf ähnliche Weise ist Braun keine gute Wahl für Verpackungen von Obst und Gemüse, weil es uns an überreife, verfaulte Früchte und Gemüse denken lässt." (Quelle: Die Wirkung von Farben in Marketing und Werbung - Guide (focus-internet.com))

 

Farben wirken auf unsere Gesundheit

Wie eben schon berichtet, werden die Farben im Mittelhirn in Gefühle umgewandelt. Gleichzeitig werden sie aber auch in Impulse umgesetzt, die viele Funktionen im Organismus beeinflussen können. 

Rot ist die Farbe der Vitalität: Das Nervensystem schüttet bei Rot verstärkt Adrenalin aus. Atmung rascher, Puls und Blutdruck steigen, Herzschlag beschleunigt sich.

Blau wirkt beruhigend, die Adrenalinausschüttung wird gebremst. Atmung langsamer, Puls und Blutdruck fallen, Herzschlag verlangsamt sich, Muskeln entspannen und entkrampfen sich.

Blaue Teller sollen sogar dazu führen, dass wir langsamer essen und damit das Abnehmen unterstützen. Der rote Teller verdirbt uns den Appetit. Rot bedeutet für uns auch Gefahr und wird als giftig angesehen. 

Grün kann helfen die Konzentration und das Denken zu aktivieren. Es ist wie Blau eine Gesundheitsfarbe, die entspannt, ohne einzuschläfern. Grün besänftigt uns und reduziert die körperliche Aktivität.  

 

Farbe als Informationsquelle

Menschen entscheiden innerhalb von wenigen Sekunden, ob sie einen Menschen sympathisch finden, ihm vertrauen können oder eine Produkt kaufen möchten. Etwa 62 - 90 Prozent basiert die Entscheidung allein auf Farben. Der umsichtige und bewusste Einsatz von Farben kann also dazu beitragen, Stimmungen und Gefühle – positiv oder negativ – zu beeinflussen. (Studie Impact of color on marketing | Emerald Insight)

Dabei wirken Farben nach Außen (Stichwort: kollektivwirksame Wahrnehmungs- und Verhaltensmuster) und nach  innen. Sobald wir Farben tragen, die unsere Persönlichkeit hervorheben, fühlen wir uns sichtbar wohl und unser Selbstbewusstsein wird gesteigert. Dies zeigt sich in unserem Auftreten, aber auch, wie unsere Umwelt positiv auf uns reagiert. 

Farben im Business

Ebenfalls können wir Farben bewusst und gezielt im Business einsetzen. Farben haben ihre eigene Sprache und Business Farben zeigen unserer Umwelt, für was wir stehen (z. B. Rot=Dominanz), wie wir uns sehen (Grau= "graue Maus", Schwarz= Abgrenzung/Macht) und was sie von uns erwarten kann (Blau=Vertrauensfarbe, Gelb=Kreativität/Offenheit). Innerhalb von Sekunden machen wir uns ein Bild von unserem Gegenüber. Auch dies geschieht automatisch. Hier greift unser Gehirn wieder in die Gefühlskiste und zapft das gespeicherten Wissen an. Erfahrungen, persönliche Stimmung und Befindlichkeit fließen mit ein und wir machen uns ein Bild davon, ob unser Gegenüber vertrauenswürdig und sympathisch oder aber aggressiv und hinterhältig ist. (Das stellte 2012 das italienische Forscherteam um Tessa Marzi von der University of Florence in einer Studie fest.) Die zweite Einschätzung hingegen zielt auf den sozialen Status des anderen, wie Alexander Todorov (Professor an der Princeton University) sagt: Ist mir der bislang Unbekannte überlegen, stark, dominant, kompetent?

Hierbei spielt natürlich neben der Kleidung, auch vor allem der Blickkontakt, Lächeln, Haltung & Körpersprache, die Gestik, die Mimik und der Geruch. Kompetenz wird zum Beispiel bestimmt durch Faktoren wie Titeln, Status, Körperbau, Kleidung oder Luxusartikel sowie die Umgebung und die Persönlichkeitseigenschaften. Danach beurteilen wir Menschen, ob wir mit der Personen zusammenarbeiten und interagieren wollen.

Wann mögen sich Menschen und finden sich sympathisch? (nach Aronson)

  • äußere und innere Parallelen (z.B. Kleidung, Frisur) 
  • das Gefühl von Nähe und angenehmes Auftreten beruhen auf emotionale Wärme
  • Intelligenz (Kompetenzerwartung)
  • Körperliche Attraktivität*
  • Gemeinsame Werte 
  • Aufmerksamkeit (Blickkontakt, Mimik und Gestik)

(*Einen Attraktivitätsbonus gibt es für gutes Aussehen, Macht, Reichtum, soziales Prestige. Diese beeinflussen die Sympathiewerte.)

Gutes Aussehen erlangen wir über die Kleidung bzw. die Farben/Farbharmonien, die entweder unsere Persönlichkeit positiv hervorheben können. Sobald ein Mensch sich gut kleidet, also ein harmonisches Auftreten hat, empfinden wir ihn als attraktiv.

Studie: Menschen folgen anderen nur, wenn sie autoritär wirken

Verhaltensforscher bewiesen in einem Experiment, dass Menschen unbewusst von der Kleidung anderer beeinflusst werden: Im ersten Versuch, trug ein Schauspieler einen Anzug, im zweiten, alte und zerrissene Freizeitkleidung. Die Person sollte dann in den verschiedenen Outfits, eine rote Ampel überqueren.

Das Ergebnis: Als der Mann gut gekleidet war, folgten ihm zahlreiche Menschen über die rote Ampel. Sie hatten unbewusst den Eindruck, dass es in Ordnung ist, einer Autoritätsperson zu folgen. Bei dem Freizeitoutfit, folgte dem Mann jedoch niemand.

 

Die wunderbare Welt der Farben Farben Sonnenreflektion

Wir werden von Farben beeinflusst und können andere Menschen mit ihnen beeinflussen.  Je mehr Du auf die Farben achtest, umso spannender wird es, diese gezielt einzusetzen. 

Fazit: Lasse Farben für Dich sprechen!

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